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Motten bekämpfen – Hausmittel gegen Lebensmittel- und Kleidermotten

Eine Motte sitzt im Mehl.

Wenn wir an Schmetterlinge denken, sehen wir bunte Falter vor uns, die durch den Garten flattern und uns mit ihrer Farbenpracht erfreuen. Was viele nicht wissen: Motten, eher ungebetene Gäste im Haushalt, sind ebenfalls Schmetterlinge. Bei uns Menschen sind jedoch vor allem zwei Mottenarten als Schädlinge bekannt: die Lebensmittelmotte, die unsere Vorräte angreift, und die Kleidermotte, die Löcher in unsere Kleidung frisst. Zum Glück gibt es eine Reihe von Tipps, wie Sie auf ökologische Weise Motten bekämpfen beziehungsweise vorbeugen können.

Wie unterscheiden sich Lebensmittel- und Kleidermotten?

Lebensmittelmotten sind, wie der Name schon nahelegt, in der Küche oder im Vorratsschrank zu finden. Kleidermotten hingegen leben in Schränken, Textilien oder Teppichen. Während Lebensmittelmotten eine unregelmäßige Färbung mit braunen oder schwarzen Mustern aufweisen, sind Kleidermotten strohgelb und haben einen silbrigen Glanz. Anders als Lebensmittelmotten verfügen die Flügel der Kleidermotten nicht über Zeichnungen oder Flecken. Problematisch sind bei beiden Arten nicht die adulten Tiere, sondern die Larven. Sie sind die eigentlichen Schädlinge.

Wie kommt es zum Mottenbefall?

Wenn der eigene Haushalt von Motten befallen ist, stellt mangelnde Hygiene meist nicht das Problem dar. In vielen Fällen sind die befallenen Lebensmittel schon im Supermarkt kontaminiert. Man kauft die Motten sozusagen mit ein. Das kann sogar bei Kleidung passieren. Motten können jedoch auch über geöffnete Fenster in die Wohnung gelangen. Hier lockt sie im Spätjahr die wohlige Wärme. Abends werden sie vor allem vom Licht angezogen.

Was zieht Motten an?

Ziel der Lebensmittelmotten ist Stärkehaltiges, wie beispielsweise Mehle oder Saucenbinder. Auch Nüsse und Hülsenfrüchte stehen auf dem Speiseplan der Falter, genauso wie Schokolade, Gewürze, Müsli, Kekse und Nudeln oder Reis.

In einem Regal stehen Nüsse und Linsen in Gläsern. © Karolina K.

Motten lieben Linsen und Nüsse, daher sollten Sie diese Lebensmittel in gut verschlossenen Vorratsbehältern aufbewahren.

Kleidermotten haben es auf tierische Fasern abgesehen. Das darin enthaltene Keratin dient den Larven als Nahrung. Kleidungsstücke aus Wolle, Kaschmir, Pelz, Leder oder Seide sind besonders gefährdet.

Woran erkennt man Motten in Lebensmitteln und in der Kleidung?

Die Larven beider Arten bilden Gespinste aus. Diese aus feinen weißen Fäden gesponnenen Kokons zeigen einen Befall gut an. Lose Nahrungsmittel, wie Schokostreusel oder Müslis, verklumpen durch die Gespinste. In Textilien erkennen Sie den Mottenbefall meist an unregelmäßigen Löchern oder gar kahlen Stellen. Häufig sind es viele kleine Löcher an einer Stelle. Auch Gardinen oder Teppiche sowie Sofaritzen und schwer erreichbare Stellen an Polstermöbeln sollten Sie im Verdachtsfall auf das Vorhandensein von Löchern überprüfen. Gespinste aus dünnen, weißen Fäden können sich – wie in der Nahrung – auch im Kleiderschrank zeigen, etwa an der Kleidung oder in den Ecken des Schrankes.

Auch mithilfe von Klebefallen können Sie feststellen, ob Motten im Haus sind. Zur Bekämpfung eignen sie sich leider nur begrenzt, da die Pheromone nur die männlichen Tiere anlocken. Immerhin: Eine Explosion des Befalls können Sie auf diese Weise verhindern. Bei Klebefallen besteht jedoch das Problem, dass sie die Tiere überhaupt erst ins Haus locken können.

Wie kann man dem Mottenbefall vorbeugen?

Keratin ist auch in menschlichen Haaren und Hautschuppen enthalten. Daher sollten Sie verschmutzte Wäsche nicht herumliegen lassen. Kleider sollten Sie nach dem Kauf waschen, damit Sie den Mottennachwuchs nicht mit in den Kleiderschrank einsortieren. Gerade bei Käufen von Flohmärkten oder aus Second-Hand-Läden empfiehlt sich erst mal ein gründlicher Waschgang.

Vor allem saisonale Kleidung – der warme Wollpullover oder Fastnachtskostüme – liegen oft über Monate ungenutzt im Schrank. Diese Ruhe schätzen Motten sehr. Daher sollten Sie Ihren Schrank regelmäßig komplett ausräumen, die Kleidung durchkontrollieren und einmal durchsaugen. Das sorgt für Unruhe und die unerwünschten Insekten ziehen weiter.

Motten bekämpfen: Duftöle, Lavendel und Zedernholz als bewährte Hausmittel

Säckchen mit Lavendel oder Kleiderbügel aus Zedernholz vertreiben Motten mit ihrem intensiven Duft und sorgen für einen wohlriechenden Kleiderschrank. Auch stark aromatische Gewürze wie Oregano, Thymian oder Gewürznelken sollen Motten von den Lieblingsstücken fernhalten. Sie können als Sträußchen in den Kleiderschrank gelegt oder gehängt werden.

Zwei Lavendelsäckchen liegen auf einer Holzdiele, daneben liegt frischer Lavendel. © CC0 / congerdesign

Mit Lavendelsäckchen lassen sich Motten bekämpfen, da sie den Duft nicht ausstehen können.

Wenn der Duft von Kräutersträußchen oder Lavendelsäckchen nachlässt, können Sie ein ätherisches Öl mit der jeweiligen Duftrichtung verwenden, um ihn aufzufrischen. Auf Duftkissen entfalten die Öle ebenfalls ihre Wirkung.

In der Küche, im Keller oder im Vorratsraum sollten Sie Kleidung und Lebensmittel vor allem dicht verpacken. Müslis und anderes sollten Sie in Gläser oder Dosen umfüllen. Produkte, die Sie selten nutzen, sollten Sie regelmäßig auf Befall kontrollieren.

Motten bekämpfen – Tipps und Tricks für Lebensmittelmotten und Kleidermotten

Wenn Sie einen Befall mit Lebensmittelmotten oder Kleidermotten festgestellt haben, geht es an die Bekämpfung der Insekten. Wichtig ist hier vor allem, befallene Lebensmittel direkt außerhalb des Hauses zu entsorgen. Klebefallen können als Indikator dienen, wie stark der Befall ist und ob die Maßnahmen gegriffen haben.

Motten bekämpfen durch Wäsche

Kleidung sollten Sie bei Mottenbefall wenn möglich bei über 50 °C waschen. Die Eier und Larven bestehen aus Eiweiß und dieses stockt bei solchen Temperaturen: Die Tiere sterben. Sollte ein Waschgang nicht möglich sein, können Sie die Kleidung einfrieren. Die Kälte macht die Eier unschädlich und tötet mit der Zeit auch die Larven. Wichtig ist hier, dass Sie die Stücke mindestens mehrere Tage, wenn möglich sogar über Wochen, gefroren halten.

Ein älterer Mann befüllt die Waschmaschine. © CC0 / Amina Filkins

Dem Mottenbefall bei Kleidungsstücken können Sie mit einer heißen Wäsche beikommen.

Einfaches und effektives Hausmittel: Sonnenstrahlen

Im Sommer können Sie Kleidungsstücke einfach in Folie eingepackt in die pralle Sonne legen. Sonne und Folie sorgen für einen Hitzestau in den Kleidungsstücken. Vor allem für nicht (gut) waschbare Textilien, wie Teppiche oder Bettdecken, ist das eine gute Variante.

Beim Reinigen der Wohnung und der Schränke kann ein Föhn eine gute Unterstützung bieten. Die Larven ziehen sich zum Verpuppen gerne in Ritzen zurück. Kommt man schlecht an diese heran, hilft heiße Luft, um sie abzutöten. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Lackierung des Schrankes durch die Hitze keinen Schaden nimmt. Zum Auswischen der Schränke empfiehlt sich Essig. Er reinigt hygienisch sauber und der Duft hält die Plagegeister fern.

Natürliche Schädlingsbekämpfung: Motten bekämpfen mit Schlupfwespen

Besonders Schlupfwespen sind gegen Motten effektiv. Die Tiere sind so klein, dass sie für uns Menschen mit bloßem Auge kaum erkennbar sind. Ihre geringe Größe ist ihr Vorteil: Sie kommen wunderbar in alle Ecken, in die auch die Motten hineinkommen. Sterben Schlupfwespen ab, zerfallen sie zu Staub und hinterlassen so kaum Dreck. Schlupfwespen sind bei einem schweren Befall die effektivste Variante, Motten nachhaltig aus dem Haushalt zu verbannen.

Schlupfwespen sind Nützlinge, die als Parasiten die Eier der Motten befallen. Bei der Mottenbekämpfung ist es wichtig, den Lebenszyklus der Tiere zu unterbrechen. Und genau hier setzt die Schlupfwespe an. Sie ist darauf spezialisiert, ihre Eier in die der Motten zu legen. Die Larven der Schlupfwespen fressen schließlich das Ei, aus dem dann keine Lebensmittel- oder Kleidermotte schlüpft. Wenn Sie mit Schlupfwespen Motten bekämpfen wollen, können Sie beispielsweise bei Plantura Schlupfwespen gegen Lebensmittel- und Kleidermotten kaufen. Im Waschbär-Onlineshop können Sie Wertgutscheine für Schlupfwespen kaufen, die Sie bei akutem Mottenbefall einlösen können.

Die winzige Schlupfwespe hat orangene Beine © CC0 / jprohaszka

Die Schlupfwespen sind winzig klein und fallen daher nicht auf.

Sollte keine Maßnahme den Befall eindämmen, sollten Sie sich professionelle Hilfe holen und ein Unternehmen für Schädlingsbekämpfung konsultieren.

Wissenswertes über Motten

Die Flügel von Schmetterlingen – und damit auch die von Motten – sind nicht aus einem weichen Material, wie beispielsweise Federn. Stattdessen haben sie eine schuppige Struktur. Die Schuppen sind innen hohl und dadurch leicht, was der Motte beim Fliegen hilft. Daher „stauben“ Motten bei Berührung – es lösen sich schlicht Schuppen von den Flügeln ab.

Die Vermutung, dass einige Mottenarten Plastik verdauen und abbauen können, hat sich als laut Spektrum als Irrtum erwiesen.

 

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Bildquellen

  • linsen-und-nuesse-in-vorratsbehaeltern: © Karolina K.
  • lavendelsaeckchen: © CC0 / congerdesign
  • waesche-waschen: © CC0 / Amina Filkins
  • schlupfwespe: © CC0 / jprohaszka
  • motte-im-mehl: © Peter Jurik - stock.adobe.com

Norbert ist Politikwissenschaftler mit grüner Gesinnung und hat als Werkstudent tatkräftig in der Online-Redaktion des Waschbär-Magazins mitgearbeitet. Ihn interessieren vor allem innovative Produkte, wie pfiffiges Upcycling. So ist er unter anderem stolzer Besitzer eines Kulturbeutels aus einem alten Feuerwehrschlauch und einer Reisetasche aus Markisen-Verschnitt. Als Bewohner einer Weinregion zieht er diesen Bier vor - außer im Fußballstadion.

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